Oliver Norvell Hardy war ein Sohn des amerikanischen Südens. Geboren in Harlem, Georgia, beobachtete er bereits als Kind die zahlreichen Gäste im Hotel seiner Mutter, darunter viele aus dem Showgeschäft. Hardy hatte einen schönen Knabensopran und sang gerne vor Publikum im örtlichen Kino. Später bekam er hier eine Anstellung als Vorführer. Angeregt durch die Schauspieler auf der Leinwand dachte er sich: "Was die können kann ich auch" und ging 1913 zur aufblühenden Filmindustrie nach Jacksonville, Florida. Sehr schnell bekam er Arbeit vor der Kamera, denn sein Typ des schwergewichtigen Schauspielers war damals sehr gefragt. In den folgenden Jahren machte er mehr als 300 Filme bis er 1926 von Hal Roach engagiert wurde.
Stan Laurel, geboren am 16. Juni 1890 in Ulverstone, hatte sehr früh Kontakt zum Theater: Seine Eltern waren Schauspieler und Theaterbesitzer. Obwohl ihn sein Vater lieber in einem kaufmännischen Beruf gesehen hätte, zog Ihn sein Theaterblut zur Bühne. Er machte sein Debüt in Glasgow und zog dann mit wechselnden Theatergruppen durch England. Schon früh erkannte Fred Karno sein Talent und engagierte ihn. Mit diesem Unternehmen ging er 1912 in die USA. Er war die 2. Besetzung des Stars dieser Truppe und dieser Star war Charly Chaplin. Stan Laurel blieb in den USA und machte seine ersten Erfahrungen mit dem Film. 1926 engagierte ihn Hal Roach als Autor und Regisseur.
Laurel und Hardy sind bei uns als "Dick und Doof" bekannt, Diese Namen treffen einen wichtigen Grund der beiden Komiker. Laurel und Hardy sind "die Dummen". Ihre Komik ist langsam. Jeder Gag, jede Reaktion des "Getroffenen" wird reichlich ausgekostet. Die Kamera verharrt zum Beispiel lange auf einem Gesicht und beobachtet, was passiert. Das Opfer wartet, bis der andere fertig ist, dann erst wird zum Gegenangriff geschritten. Langsam steigern sich so die Ereignisse bis zur gewalttätigen Explosion. Auf diese Weise gehen Anzüge, Autos, Häuser kaputt. Zum Schluss stehen die streitenden Parteien vor einem Trümmerhaufen.
Stan hat, was Ollie fehlt: Unbekümmertheit, die Fähigkeit, sich bei Zeiten in sich selber zurückzuziehen. Und Ollie hat, was Stan fehlt: Wirklichkeitssinn, Tatkraft, Kenntnisse. Doch sie können einander nicht helfen. Beide sind sie Gerechtigkeitsfanatiker, dazu sauberkeitsbesessen. Sie scheinen nur "linke" Hände zu haben und stecken deshalb dauernd im Schlamassel. Man kann sie leicht für dumm verkaufen. Sie biedern sich gerne an, sind jederzeit zu jeglicher Hilfe bereit, sind im Grunde genommen ahnungslose Spießer. Bei Laurel und Hardy spielt der Zufall eine Rolle wie bei kaum einem anderen Komiker. Er gehört zum Filmkonzept. So verwechseln sie einmal ihre Hosen durch Zufall, und dies treibt sie von einem Schlamassel ins nächste. Laurel und Hardy müssen am Schluss immer froh sein, wenn sie ihre haut retten können.
Name: Joseph Francis Keaton
Geboren: 10. April 18 95 Pickway Kansas
Gestorben: 02. Januar 1966 Los Angeles
Buster Keaton ist berühmt geworden durch sein "Stone Face", sein steinernes Gesicht. Dieses sein "Markenzeichen" geht zurück auf eine Variete. Nummer seiner Eltern, in der er, noch als kleines Kind, als menschlicher Putzlappen über die Bühne gefegt und von einer Ecke in die andere geworfen wurde. Bei alldem hatte er keine Miene zu verziehen. Busters Kindheit war nicht sehr glücklich, daher verwundert es nicht, dass sowohl in seinem Leben wie in seinen Filmen Gefühle nichts gelten. Er ist dauernd damit beschäftigt, Probleme zu lösen.
Es gibt von diesem Komiker nur einen Film, in dem er lacht (Coney Island 1917). Um einen Festzug besser zu sehen, ist er auf eine Säule geklettert, und in einem plötzlich glücklichen Lachen, vergisst er seine Lage, klatscht in die Hände und wird daher sofort durch einen unsanften Sturz in die rauhe Wirklichkeit zurückgerufen.
Was Buster Keaton macht, ist bei genauer Betrachtung gar nicht lustig. Was ist denn komisch an seinen Filmen? Fast immer sind es Dinge, mit denen Buster zu kämpfen hat, und in fast allen Filmen kommen auch Maschinen vor, die ihm zunächst fremd und feindlich gegenüber stehen. Die Art, wie er ihrer Herr wird, ist das einzige Glück das er kennt. Aber an seinem Motto: "Hilf dir selbst, sonst hilft dir niemand" ändert das nichts. Dauernd muss er kämpfen, obwohl er eigentlich kein Kämpfer ist. Er war in seinem Stiel der stummste von allen Stummfilmkomiker. Wenn er die Wahl hat, zwischen einem geliebten Mädchen oder einem "Ding", so fällt seine Wahl bestimmt auf die Lokomotive, , an der er liebevoll mit dem Schraubenschlüssel herumbastelt, oder seiner Kuh, der er, weil ohne Hörner, liebevoll ein Hirschgeweih montiert.
Zu Buster gehört sein rätselhafter Blick in die Ferne. Er späht nach Indianerart in die Ferne. Keaton stolpert nicht wie die anderen zwischen den Kulissen herum. Bei ihm gibt es immer viel Raum. Er bewegt sich pfeilartig und immer über das Ziel hinaus. Er ist der einsame Einzelkämpfer, der immer ganz bei der Sache ist und dauernd mit der Bewältigung von technischen Problemen beschäftigt ist. Er ist eine Art Automat ohne Leben. Nur seine Augen sind von hypnotischer Wirkung. Statt seinen Kopf zu bewegen, bewegt Buster lieber nur die Augen.
In Buster Keatons Leben gelingen die schwierigen Sachen, die einfachen gehen daneben.