Allerhand zum Lachen und Geniessen boten der Männerchor Salenstein und dessen Theatergruppe gleich an drei Aufführungen. Gastgruppen aus den Kantonen Aarau und Uri kamen, um zu spionieren, und waren begeistert. Salenstein - Mit dem
Einfall, das Liederprogramm diesmal unter das Motto «Hits und Evergreens» zu stellen, sprach der Männerchor Salenstein ein grosses Publikum an. Der Funke sprang so richtig, als nach dem «Wo man singt...»-Lied, Kanons, Seemannslieder und «Sierra madre» und «Bajazzo» erklangen. Peter Graf, seit 39 Jahren Dirigent, verstand es meisterlich, aus dem 23 Mann umfassenden Chor grossen Stimmklang herauszuholen. Alfred Thommen lieferte Hintergrundinformationen zu den Liedern. Nach «Bajazzo» wurde eine Zugabe herausgeklatscht. Bravorufe ertönten.
Als Einstimmung zu diesem höchst vergnüglichen Männerchor- und Theaterabend in der Turnhalle Salenstein trat Präsident Walter Rusch am Samstag persönlich als Vorspann zum Theaterstück «D Geischter vo Folterstei», ein Schwank in zwei Akten von Daniel Kaiser, auf. Er sei da, als Leser des Stücks, weil die anderen ausgefallen seien. Der Gag zeigte, wie langweilig der gelesene Regietext daherkommt, und was eine geschickte Regie (Patrick Elsener), ein flottes Bühnenbild (Sabine Singer) und Schauspielkunst daraus machen können. Es war ein geglücktes Volkstheater mit einer Idealbesetzung.
Archäologiestudent Fritz Teichmann (Patrick Elsener) und Hans Pfaff, Witwer und Pensionsbesitzer (Georg Müller) waren die zentralen Gestalten in der Pension «Pfaff», rund um die Burg Folterstei. Dass Georg Müller (Pfaff) nie aus dem österreichischen Dialekt herausfiel, während die anderen in Schweizerdeutsch sprachen, und auch sonst verheissungsvollen Wiener Charme auslebte, war besonders gelungen. Patrick Elsener als Fritz verkörperte alle Schwankbedürfnisse (auch als verkleidete Frau) und löste neben Harry besonders viele Lacher aus.
Alle waren zufrieden
Aber auch Lisa (Karin Friedrich Rusch) als verliebte Angestellte von Pfaff, die auf Emanzentour befindliche Hulda Hase (Margrith Ilg), Feriengast, die Reporterin Laua Fischer (Sabine Singer), und das Erotikshop-Paar Harry und Rita Armbrust (Hansruedi Schütz und Therese Bichsel) spielten vergnüglich die Fallen um Liebe, Politik und Schlossgeist. Am Samstagabend gab es rhythmischen Applaus, Bravorufe für Regisseur und Schauspieler Patrick Elsener, Jubelapplaus für Georg Müller und ein Happy Birthday-Gesang für Sabine Friedrich. Der rundum gelungene Abend wurde mit Begeisterung aufgenommen. Mit rund 300 Besuchern am Samstag, rund 200 am Freitag, und 60 an der Nachmittag-Kindervorstellung waren die Veranstalter zufrieden. Präsident Rusch dankte allen Beteiligten, verteilte Blumen und Wein und strahlte vor Zufriedenheit.
Theaterseminar für Spione
Die Meinungen der Theater-«Spione»: Jürgen Martin vom aargauischen Männerchor Reitnau. «Das Stück war nicht einfach zu spielen, damit es nicht langweilig wird. Ablauf und Mimik waren wirklich gut.» Werner und Monika Gisler von der Theatergesellschaft Schattdorf mit rund 100 Mitgliedern: «Absolut perfekt, die Geschwindigkeit, wie einer dem anderen das Wort abnimmt, natürliche Gags. Sie spielen mit dem Publikum.» Die «Spione» wollen das Stück ebenfalls aufführen und nutzten Salenstein als «Theaterseminar».
Nach einem gruseligen und furchterregenden Stück klingt der Titel des Schwanks, den Mitglieder der Musikgesellschaft im Anschluss an das Konzerts aufführten: «D Geischter vo Folterstei». Doch die gruselige Burg, in der es angeblich spuken soll, bot nur den gemeinsamen Nenner für eine Reihe von illustren Gästen, die zur gleichen Zeit in der Pension von Hans Pfaff gastierten. Natürlich waren es dann vor allem die amourösen Verstrickungen zwischen den Charakteren, welche für die grössten Lacher sorgten: Denn wenn die Magd in den Patron verliebt ist und der zurzeit als Frau verkleidete Archäologe in seine Zimmernachbarin, läuft nicht immer alles reibungslos. Doch zum Schluss wurde, wie sich das gehört, eine glückliche Doppelhochzeit gefeiert.
«D’Geischter vo Folterstei»
Sechon nach vier Monaten Pause seit denHerbstaufführungen haben die Theaterleutevon Vaz/Obervaz erneut ein gelungenes Lustspiel zur Aufführung gebracht. Mit vielCharme spielten sie das Stück von Danie lKaiser, «D’Geischter vo Folterstei» und brachten am Samstagabend sehr viel Stimmung in den Schulhaussaal von Vaz/Obervazin Zorten. Der Zuschauer blickt im einfachen Gasthaus «Folterstein» in einen Raum mit der Theke, Empfang, Bar in einem mit dem Aufenthaltsraum für die Hotelgäte. Dominiert wird das Geschehen auf der Büne vom trinkfesten Wirt und Hotelier Hans Pfaff .Aufdringlich ist seine einzige Angestellte. Sie heisst Lisa und möhte «toute force» diesen ,ihren Chef, heiraten. Sie versucht dies mit einer Unverfrorenheit sondergleichen. Der Wirt ist meistens in Abwehrstellung und versucht seine Angestellte zum Reinemachen im Lokal zu motivieren, was ihm nur mäsig gelingt. Es kommen Gäte an. Teils angelockt durch das angesagte Fest zum 800-Jahr-Jubiläm der Burg «Falkenstein». «Hotels und Pensionen sind alle ausgebucht», sagt der Wirt und wimmelt so neue Gäte ab. Hädler, die auf dem Markt im Stätchen einen Stand gebucht haben und Festbummler wohnen auch im Hotel Folterstein. Da kommt ein junger Mann, der ganz dringend hier Ferien machen möhte. Er sei Archälogiestudent und möhte auf der Burg seine Studien machen, als Hobby, sozusagen. «Nein», sagt der Wirt, «alles ist ausgebucht, es sei denn . . . nur eine Frau könte noch ein Zimmer bekommen. Es ist aber das Durchgangszimmer zum Schlafraum, in dem bereits eine Dame wohnt . . .» Der Student verschwindet. Er kaufte beim Second-Hand-Shop auf dem Markt «züftig» ein und trifft bald wieder in schicker Damenkleidung mit Perüke, schlacksigen Stökelschuhen und Sonnenhut am Empfang des Hotels Folterstein ein, wo besagter Hotelier der schöen Dame sehr zuvorkommend das Zimmer anpreist. Wie es so geht, ziemlich schnell, findet die junge Zimmernachbarin heraus, dass die vermeintlich Neue ein netter junger Mannist. Es kommt, wie es muss . . . denn bald turteln die beiden zum Entsetzen des braven Hoteliers. Alles fliegt auf. Der Student verteidigt sich, er sei gewissermassen «Geisterexperte» und er wisse, dass da Geister und Monster in oder bei der Burg vergraben seien und diese bald frei wüden . . . Da wird gelacht und gespottet. Der Wirtverspricht sogar, seine aufdringliche Angestellte zu heiraten, falls der Student Recht habe. Wie es weitergeht und wie es ausgeht? Das verraten die Geister nicht. Dies herauszufinden ist bei den weiteren Theaterabendenim Schulhaus in Lenzerheide zu erfahren.